Geschichte des Nationalparks Thayatal:
-
Schon lange vor den Achtziger Jahren des 20.
Jahrhunderts drohten der Flora und Fauna des Thayatales immer mal wieder
Gefahren durch den technischen Fortschritt. Im Jahre 1907 beispielsweise waren
Bemühungen zum Ausbau einer elektrisch betriebenen Thayatalbahn in Gang, die
auf mährischer Seite entlang der Weinbergfelsen an Hardegg vorbeiführen
sollte. Es blieb bei den Vorarbeiten.
1930 sprach sich angesichts des zunehmenden Fremdenverkehrs eine Versammlung
lokaler und regionaler Vertreter "mit einstimmigem Beschluss" für
den Bau einer Bundes- beziehungsweise Reichsstraße entlang der Thaya aus. Die
Versammlung forderte "die seit Jahrzehnten in Schwebe befindliche Angelegenheit
mit allem Nachdruck ins Rollen zu bringen".
1938, nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland, wollte man bei
Hardegg eine Staustufe in der Thaya errichten. Der Zweite Weltkrieg setzte
diesen Plänen ein Ende.
-
1941:
Schon 1941, zu Zeiten des Dritten Reiches, gab es Bemühungen, der Natur um den
Umlaufberg bei Merkersdorf und Hardegg einen besonderen Schutz angedeihen zu
lassen.
-
ANFANG/MITTE DER SIEBZIGER JAHRE:
Österreichs Vertreter in der zwischenstaatlichen Grenzgewässerkommission – die
einmal jährlich tagte – werden über die tschechoslowakischen Pläne zur
Errichtung eines Kraftwerks in unmittelbarer Grenznähe informiert. Von
(nieder)österreichischer Seite gab es zwar keine konkrete Zustimmung, aber ein
schrittweises Entgegenkommen über die Jahre hinweg. Die Verhandlungen wurden
allesamt unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, die Hardegger Bevölkerung
im Dunkeln gelassen.
-
1980:
Das mittlere Thayatal auf tschechoslowakischer Seite erhält von den
seinerzeitigen kommunistischen Behörden den Status eines Naturschutzgebietes.
-
1983:
Die damalige ČSSR beschließt nun auch offiziell den Beginn der dritten
Ausbaustufe eines großangelegten Kraftwerks- und Bewässerungssystems bei Býčí Skála mit einer Staufläche von 512 Hektar und einem Speichervolumen
von 96 Millionen Kubikmetern. Die seinerzeitige kommunistische Planwirtschaft
rechnete damit, fortan 15.000 Agrarhektar im Großraum Znaim bewässern zu können
und 36 Gigawatt Strom Jahresleistung zu gewinnen. Geplanter Baubeginn: 1990.
Die dabei unbeachteten Gefahren: Der Rückstau hätte 20 Kilometer des
gemeinsamen Grenzverlaufes überschwemmt, die Stauwurzel hätte im Ortsgebiet von
Hardegg gelegen, der Schwellbetrieb den Talgrund in eine Schlammwüste verwandelt!
In der Hardegger Gegend erfuhr man von der drohenden Gefahr mehr oder weniger
durch Zufall und durch einige Zeitungsmeldungen, vor allem aus der Tageszeitung
"Kurier". Die Projektunterlagen selbst kamen den betroffenen
Anrainern "auf verschlungenen Wegen zu", wie sich der spätere
Bürgerinitiativen-Sprecher Helmut Salek erinnerte.
-
HERBST 1984:
Um den Widerstand gegen das Kraftwerksprojekt zu organisieren, formiert sich auf
österreichischer Seite, konkret in Hardegg, eine Gruppe von zunächst fünf
Personen. Sie wird zur Keimzelle der im Herbst 1984 gegründeten
"Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales". Zu ihrem
Vorsitzenden wird der Hardegger Bürgermeister Norbert Kellner gewählt, zu
Sprechern Franz Kraus und Helmut Salek.
Einer der ersten Schritte der Vereinigung besteht in der Initiierung einer Unterschriftenkampagne
gegen das Kraftwerksprojekt. Sie brachte noch im Herbst 1984 eine beinahe
hundertprozentige Ablehnung der Staustufe.
Das drohende Unheil veranlasste innerhalb kurzer Zeit 6.000 Personen des betroffenen
Raumes, der "Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales" beizutreten.
Der gesamte Gemeinderat der Stadt Hardegg sowie zahlreiche lokal und regional
tätige Politiker erklärten sich bereit, den Widerstand zu unterstützen.
Damit sahen sich schließlich auch die politisch Verantwortlichen unter
Zugzwang. Niederösterreichs Landeshauptmann Siegfried Ludwig, sein damaliger
Stellvertreter Erwin Pröll und Außenminister Leopold Gratz nahmen sich der
Sache an und ersuchten die tschechoslowakische Seite "unsere kritische
Lage mitzubedenken".
Das führte dazu, dass die tschechoslowakischen Projektbetreiber sich nun willig
zeigten, das Projekt so umzuplanen, dass österreichisches Staatsgebiet nicht
betroffen gewesen wäre. Auf österreichischer Seite frohlockte man erstmals:
"Uns war damals klar, dass damit das Aus für das Projekt gekommen
ist", so Helmut Salek.
Die ČSSR beschließt daraufhin, den Baubeginn um fünf Jahre zu verschieben.
Offiziell sprach man nach außen hin von einer "Nachdenkpause". Nach
intensiven Verhandlungen verzichtet man schließlich ganz auf den Bau des Kraftwerks.
-
MITTE DER ACHTZIGER JAHRE:
Erstmals erhalten tschechische Wissenschafter Zutritt zum tschechischen Teil
des Thayatales, um dort naturkundliche Forschungsarbeiten durchzuführen.
-
JULI 1988:
Das Gebiet "Thayatal I" mit einer Größe von etwa 365 Hektar wird von
der Niederösterreichischen Landesregierung unter Landeshauptmann Siegfried
Ludwig zum Naturschutzgebiet erklärt. (An anderen Stellen in der Fachliteratur
war allerdings auch die Rede vom 18. Januar 1989, was die Verordnung betrifft.)
-
MITTE 1988:
Die Naturschutzgebietserklärung war zwar nur ein kleiner Teil der ursprünglich
beantragten Gesamtfläche, der Etappensieg wirkte aber dennoch inspirierend.
Helmut Salek: "Das hat uns bewogen, mit der tschechischen Seite ins
Gespräch zu kommen, um ein grenzübergreifendes Schutzgebiet zu gründen."
Trotz des damals eher frostigen bilateralen Klimas nimmt man in der Folge
seitens der Bürgerinitiative Kontakt mit den kommunistischen Vertretern der
anderen Seite auf. Ziel dabei war die Errichtung eines Naturschutzgebietes
beiderseits der Staatsgrenze, um die Landschaft nachhaltig zu schützen.
Begonnen hatte die Kontaktaufnahme mit einem Schreiben an den Vorsitzenden des
Národní výbor (Nationalausschuss) Südmährens, der postwendend eine sehr
freundliche Einladung schickte. Franz Kraus und Helmut Salek fuhren daraufhin
mit dem Auto nach Znaim: "Wir waren sehr überrascht, dass es uns auf
Anhieb gelungen ist, den Vorsitzenden – das war ja noch während der kommunistischen
Ära – für unser Anliegen zu gewinnen. Er hat uns sofort die Gelegenheit gegeben,
mit der zuständigen Verwaltung des Landschaftsschutzgebietes ins Gespräch zu
kommen." Eine Gesprächsbasis, die sich über die Jahre zur Freundschaft entwickeln
sollte. Die damaligen Beamten wurden dann nach der Wende zur ersten Leitungsschicht
des Nationalparks Podyjí.
Die tschechische Seite hatte bereits erkannt, dass sie Býčí Skála nicht gegen
den ausdrücklichen Willen der österreichischen Regierung durchdrücken konnte.
Und das Argument, ein bilaterales Schutzgebiet errichten zu wollen, erleichterte
ihr den Ausstieg und ersparte einen Gesichtsverlust. Man vermied es von
österreichischer Seite, frontal gegen das Kraftwerks- und Bewässerungsprojekt
zu argumentieren. Vielmehr bot man ein anderes, für beide Seiten vorteilhaftes
Großprojekt an.
"Unsere Argumente wurden von der tschechischen Seite nicht nur
verstanden", lobte Salek die damalige Reaktion der Tschechen, "sondern
man begann umgehend mit der Planung eines Naturschutzgebietes."
-
1988:
Erstmalige Vorstellung der REDL-Studie, ein Projekt zur Bewässerung des
Pulkautales, in dem eine Ableitung von Wasser aus der Thaya im Gemeindegebiet
von Hardegg geplant ist.
-
HERBST 1989:
Öffnung der Grenzen zu den ehemaligen Ostblockstaaten.
-
FEBRUAR 1990:
Die nunmehrige ČSFR (aus welcher mit Ende des Jahres 1992 schließlich die
autonomen Staaten Tschechien und Slowakei hervorgehen werden) erklärt das
Thayatal zwischen Vranov (Frain) und Znojmo (Znaim) zum Naturschutzgebiet.
-
MAI 1990:
Der niederösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter und spätere
Landeshauptmann Erwin Pröll spricht sich für die Schaffung eines grenzüberschreitenden
Nationalparks Thayatal aus.
-
1990:
Für ihre Erfolge wird der Bürgerinitiative zahlreiche Anerkennung im In- und
Ausland zuteil. So etwa von hohen Stellen der demokratisch gewählten neuen
tschechoslowakischen Regierung, welche dem Projekt wesentlich aufgeschlossener
gegenüberstand als ihre kommunistische Vorgängerin. Eine internationale Jury
in Amsterdam bewertet die Errichtung des grenzüberschreitenden Naturschutzgebietes
als beste Naturschutzmaßnahme Europas. Ein wissenschaftliches Gremium verleiht der
Initiative den Österreichischen Naturschutzpreis 1990 des Österreichischen
Naturschutzbundes.
Die damalige österreichische Umweltministerin Marilies Flemming würdigt die
Tätigkeit der Initiative mit dem Förderungspreis "The Conservation Award
1990" für die beste Natur- und Umweltschutzinitiative unter 123 eingereichten
Projekten. Ebenso erhält die Bürgerinitiative den "European Conservation
Award" der Ford Motor Corporation zuerkannt.
-
FEBRUAR 1991:
In Retz findet ein Treffen zwischen Vertretern der Niederösterreichischen
Landesregierung, des Umweltministeriums, der Gemeinde Hardegg, der
"Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales" sowie Fachleuten aus
der ČSFR statt, um über die Errichtung eines "Inter-Nationalparks
Thayatal/Podyjí" zu verhandeln.
-
MÄRZ 1991:
Die unter der Leitung von Univ. Doz. Werner Katzmann verfasste Abhandlung
"Projekt Schwarzstorch" wird vom Österreichischen Bundesinstitut für
Gesundheitswesen im März 1991 publiziert. Das Werk beschreibt das
naturräumliche und kulturelle Potenzial des Grenzgebietes. Schwerpunkt dabei
waren Sehenswürdigkeiten, die den Besucherstrom von sensiblen Biotopen weglenken
sollen.
-
MAI 1991:
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs fiel im tschechischen Thayatal der Schutzfaktor
"militärische Sperrzone" weg, die Besucher strömten in das vergessene
Paradies. Eine prompte und unbürokratische Reaktion der tschechischen Politik
ist die Folge. Die tschechische Regierung fasst den Beschluss, mit Wirksamkeit
vom 1. Juli 1991 auf ihrem Hoheitsgebiet auf dem gesamten Naturraum zwischen Vranov
und Znojmo den Nationalpark Podyjí mit einer Größe von 6.300 Hektar einzurichten.
Die international geltenden Richtlinien wurden dabei so restriktiv umgesetzt,
dass von der Naturschutzunion IUCN sofort die An-erkennung laut Kategorie II
erfolgte. Damit hatte sich politisch das Blatt endgültig gewendet, und die
österreichische Seite stand nun unter moralischem Handlungszwang.
-
SOMMER 1991:
Die Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal-Nationalparkplanung unter der Leitung
von Dir. Dr. Reinhold Christian wird von der Niederösterreichischen
Landesregierung und dem Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie mit
der Erstellung einer "Machbarkeitsstudie Nationalpark Thayatal"
beauftragt. Diese Studie sollte prüfen, ob sich das Gebiet an der Thaya bei
Hardegg für einen Nationalpark eignet. Außerdem sollten Wege zu dessen
Verwirklichung aufgezeigt werden.
Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie wurden auch erste Konzepte zur Besucherlenkung
erarbeitet.
-
HERBST 1991:
Infolge von Baumfällungen entlang der Fugnitz wird auf Beschluss der
Niederösterreichischen Landesregierung das Naturschutzgebiet "Thayatal
I" um 410 Hektar erweitert. Das Gebiet "Thayatal II" entsteht.
(Wie schon beim Naturschutzgebiet "Thayatal I" gibt es auch hier
widersprüchliche Angaben, was das Datum der Verordnung betrifft. So wurde zu
diesem Punkt nämlich auch die Angabe 11. April 1992 gefunden.)
-
NOVEMBER 1991:
Besuch von Dr. Hans Bibelriether von der Internationalen
Naturschutzorganisation IUCN, um den Stellenwert des Projektes zu bewerten.
Biebelriether bezeichnete dabei die Chancen auf internationale Anerkennung
"sehr positiv".
Weitere Vor-Ort-Termine mit Vertretern der IUCN in den Jahren darauf folgten.
-
ERSTES HALBJAHR 1992:
Um die Information und Diskussion zwischen interessierten Bürgern,
Grundeigentümern, Nutzern, Bürgerinitiativen und Nationalparkplanern zu
vertiefen, wird monatlich ein so genannter "Nationalpark-Stammtisch"
abgehalten.
-
ENDE MÄRZ 1992:
Fertigstellung des Endberichtes der Machbarkeitsstudie zum Thema Thayatal.
Ergebnisse: Der Naturraum ist eindeutig nationalparkwürdig. Und: Der
Nationalpark Thayatal ist realisierbar. Zu den dokumentierten Arbeiten gehören
unter Anderem eine Kartierung von Wald und Wiesen sowie Untersuchungen in den Bereichen
Jagd, Fischerei und Wasserwirtschaft.
Was die Größe des zu erwartenden Nationalparks betraf, so wurden zwei Varianten
entwickelt: eine "Minimalvariante" mit 850 Hektar und eine
"Optimalvariante" mit 1.300 Hektar Fläche (siehe auch Punkt
"Größe").
Präsentation der Planungsergebnisse durch den stellvertretenden
niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll während einer Pressekonferenz.
Der Auftrag zur Nationalparkplanung folgte bald.
-
3. APRIL 1992:
Der Gemeinderat der Stadt Hardegg spricht sich mehrheitlich für die Errichtung
eines Nationalparks Thayatal nach dem Konzept der Nationalparkplanung (So
genannte Optimalvariante, die auch von der IUCN empfohlen wurde.) aus. Von
Anfang an wurde davon ausgegangen, dass eine internationale Anerkennung eines
grenzüberschreitenden Nationalparks nach den IUCN-Kriterien anzustreben und
auch zu verwirklichen ist.
-
SOMMER/HERBST 1992:
Seitens der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal werden Verhandlungen mit Grundeigentümern
und Nutzern geführt sowie Fragen der Finanzierung und rechtliche Belange mit
dem Bund und dem Land Niederösterreich diskutiert. Man beschließt, mit der
Umsetzung des Planungskonzeptes 1993 zu beginnen. Die Eröffnung der ersten
Einrichtungen des Nationalparks Thayatal ist für 1994 vorgesehen.
-
1992:
Die Niederösterreichische Landesregierung veranstaltet in den Schulen des
Landes einen Mal- und Fotowettbewerb zum Thema "Nationalpark".
-
FEBRUAR 1994:
In Zusammenarbeit zwischen der Nationalparkplanung, Beamten des Landes
Niederösterreich, Vertretern der Gemeinde Hardegg sowie der Bürgerinitiative
wird der Entwurf eines eigenen "Nationalparkgesetzes Thayatal" erstellt.
-
20. APRIL 1994:
Im Stadtsaal im Retzer Hotel Althof findet eine Informationsveranstaltung zum
Thema Nationalpark Thayatal statt. In eindringlichen, fast schon pathetischen
Worten wird von den Referenten die Schutzwürdigkeit dieser Naturregion betont.
Ein Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
Nationalpark Thayatal
"Wir haben die Verpflichtung, dieses Stück Natur zu erhalten."
Landesrat Wagner formulierte treffend den Grundgedanken des Projektes, zu
dessen Präsentation der Althof Retz am 20. 04. 1994 lud – der Nationalpark
Thayatal.
Nach den einführenden Worten von "Retzer Land"-Manager Mag. Fritz
Seidl begrüßte Bgm. HR Dipl.-Ing. Adolf Lehr die geladenen Gäste, unter ihnen
Umweltlandesrat Franz Blochberger, NR Dr. Hannes Bauer, Naturschutzlandesrat
Ewald Wagner, Generaldirektor Hans Windbichler, Hardeggs Bgm. Norbert
Kellner, Dir. Reinhold Christian, Labg. Marianne Lembacher, BH Dr. Adolf Wegl
sowie Dir. Tomáš Rothröckl vom tschechischen Nationalparksteil.
Landesrat Wagner wies in seinem Eröffnungsreferat auf die große Intaktheit
des Thayatales hin. Bedingt durch den Eisernen Vorhang konnten hier viele
seltene Pflanzen und Tiere übeleben. Des Weiteren lobte er die rasche und
unbürokratische Lösung des Problems auf tschechischer Seite, wogegen es in
Österreich sehr große Probleme mit Grundbesitzern gab und gibt.
In sehr poetischen Worten wies danach Hans Peter Granner, Fotograf, auf die
Schutzwürdigkeit des Gebietes hin.
Landesrat Blochberger räumte irrationale Ängste bezüglich einer angeblichen
Raubbauwelle nach einem EU-Beitritt Österreichs aus dem Weg und betonte
gleichzeitig, dass niemand einen finanziellen Schaden durch das Projekt
erleiden soll.
Etwas verspätet erschien Bundesumweltministerin Maria Rauch-Kallat. Sie
berichtete von bereits vorliegenden, konkreten Planungen.
Mehr ins Detail ging Dir. Reinhold Christian, der verantwortliche Planer. Die
Minimal- und Optimalvariante wurden vorgestellt, von welchen sich der
Zuschauer anhand eines Videobandes auch eine optische Vorstellung machen
konnte.
Zum Schluss erweckte Hardeggs Bgm. Norbert Kellner berechtigte Hoffnung, als
er mitteilte, dass die Optimalvariante von den Hardegger Bürgern sehr
erwünscht wird. Er sähe dem Projekt daher optimistisch entgegen.
|
-
APRIL/MAI 1995:
Die Sommersaison im Tourismus beginnt. Warum nicht wieder mal einen Ausflug in
das Thayatal?
Ein Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
Wanderweg
Es muss nicht immer Mallorca sein, wenn man etwas Besonderes erleben will.
Viele landschaftliche Schönheiten liegen vor der eigenen Tür. Dies trifft in
hohem Maße auch auf das Retzer Land zu. Markierte Wanderwege laden zum
Erforschen der näheren Heimat ein.
Eine besonders schöne Route, die auch mich immer wieder fasziniert, möchte
ich Ihnen hier etwas näher vorstellen. Sie verbindet die Weinstadt Retz mit
Hardegg im Waldviertel.
Wir beginnen unsere Wanderung am Retzer Hauptplatz. Durch die Vinzenzigasse
am Südwestende des Platzes erreichen wir den Vinzenziplatz mit dem
angrenzenden Dominikanerkloster. Am Kloster vorbei verlassen wir die Stadt
und gehen nach links bis zum Ende des Klosterbrücklweges. Ein nicht zu
übersehender Hohlweg führt hinaus in die Weingärten. Hier lohnt sich ein
kurzer Aufenthalt an der nahen Kümmerlkapelle. Folgen Sie dann den
rot-weiß-roten Markierungen durch die Weingärten bis zur Windmühle, dem
Retzer Wahrzeichen.
Diese Mühle gilt als die einzige noch betriebsfähige Österreichs. Ein paar
Schritte weiter entdecken Sie die Plastiken des Kalvarienberges. In sechs
Stationen wird der Leidensweg Jesu dargestellt. Eine Andachtsstätte ganz
anderer Art ist der Soldatenfriedhof. Hier liegen über 800 Kriegsopfer
beerdigt, die in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 den Tod fanden.
Weiter geht es nun den Weg in Richtung Hofern, gekennzeichnet mit der Nummer
630. Er deckt sich in diesem Bereich mit dem "Ostösterreichischen
Grenzlandweg" mit der Registriernummer 07. An der Bahnübersetzung bei
Hofern finden Sie die Fortsetzung des Weges hinter den Gebäuden auf der
anderen Straßenseite.
Nach ca. anderthalb Stunden Fußmarsch gelangen Sie zum Schloss Karlslust.
1790 wurde es als Jagdschloss der Fürsten von Auersperg errichtet. Beachtung
verdient ebenfalls der an der Strecke liegende Bildstock St. Josef.
Nach einem kurzen Aufenthalt am Sagteich empfiehlt sich eine Besichtigung der
Ruine Kaja. Der Kajabach führt uns nun hinab zur Thaya, dem Grenzfluss zu
Tschechien. Als einer der zweifellos schönsten Plätze im Thayatal überhaupt
ist der Übersteig am Thayaumlauf zu bezeichnen. Hierbei handelt es sich um
eine Art Minifelsen, von dessen Spitze man die Thaya auf drei Seiten sehen
kann. Nach dem Abstieg auf der anderen Seite begleitet uns die Thaya weiter
auf einem oft nur einen Fußbreit schmalen Weg. Die letzte Hürde vor Hardegg
baut sich dann in der Form des Gabrielensteigs auf, eines ziemlich steilen,
sich in die Länge ziehenden Berges.
Gleich nach dem abrupten Ende des Waldes, am Ortsbeginn von Hardegg, führt
die Thayabrücke mit dem von April bis November geöffneten Grenzübergang ins
ebenfalls sehr sehenswerte tschechische Thayatal. Dafür sollten wir uns
jedoch an einem anderen Tag extra einmal Zeit nehmen.
|
-
MAI 1995:
Studienreise der Stadt- und Gemeinderäte von Hardegg sowie weiterer
Interessierter in den Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel.
-
5. JUNI 1995:
Am Pfingstmontag des Jahres 1995 fand in der Zeit von 12:00 bis 17:00 Uhr vor
der Zollwache in Hardegg ein "Umwelttag für einen Nationalpark Thayatal"
statt. Es handelte sich dabei um eine österreichisch-tschechische
Gemeinschaftsveranstaltung, initiiert von der Bürgerinitiative Thayatal und der
Umweltberatung Weinviertel in Zusammenarbeit mit der tschechischen Nationalparkverwaltung
und der tschechischen Naturschutzorganisation VERONICA sowie mit Unterstützung
der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal anlässlich des Internationalen
Umwelttages am 5. Juni 1995 zum Thema "Naturschutz und Mobilität".
Unter dem Motto "Grenzenloses Thayatal" fanden den Tag über folgende
Programmpunkte statt:
-
10:00 Uhr: Beginn
der Radfahrt nach Hardegg (nur bei Schönwetter). Start auf dem Hauptplatz Retz.
-
11:22 Uhr: Zwischenstation
auf dem Bahnhof Niederfladnitz. Abholung von Bun-desumweltminister Dr. Martin Bartenstein
und Weiterfahrt nach Hardegg.
-
12:00 Uhr: Empfang
des tschechischen Umweltministers Ing. František Benda und der anderen tschechischen
Gäste auf der Hardegger Brücke.
Südmährische Volksmusik der Gruppe VERONICA.
Referate von Niederösterreichs Umweltlandesrat Ewald Wagner, Umweltminister
Ing. František Benda und Bundesumweltminister Dr. Martin Bartenstein zum Thema
"Politische Perspektiven der Verwirklichung und die regionale Bedeutung
eines 'Internationalparks Thayatal'".
-
13:00 Uhr: Eröffnung
der tschechisch-österreichischen Informationsschau zum Na-tionalpark. Vorträge
von Ing. Tomáš Rothröckl (Direktor des tschechi-schen Nationalparks) und Dr. Reinhold
Christian (Direktor der Be-triebsgesellschaft Marchfeldkanal).
-
14:00 Uhr: Gang
zur "Hardegger Warte" auf der tschechischen Seite des Thayatal-es zur
Besichtigung des Nationalparks mit den Politikern und Gästen. Musik von VERONICA,
Mugler Z'em-ent, Chris Heller & Band.
-
16:30 Uhr: Zweite
geführte Nationalparkbesichtigung mit Gang zur "Hardegger Warte".
Für die gastronomische Betreuung
den Tag über sorgte der Merkersdorfer Bauernmarkt.
Und bei Schlechtwetter hätte die Veranstaltung im ehemaligen Gasthaus
Thayabrücke bei der Zollwache stattgefunden.
Drei Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
Umwelttag '95
"Ja zum Nationalpark Thayatal" lautete das Motto der
österreichisch-tschechischen Veranstaltung am 5. Juni an der Thayabrücke in
Hardegg. Sie wurde organisiert von der "Bürgerinitiative Thayatal"
und der "Umweltberatung Weinviertel" in Zusammenarbeit mit der
tschechischen Naturschutzorganisation VERONICA sowie mit Unterstützung der
Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal. Anlass war der "Internationale
Umwelttag '95", welcher heuer den Titel "Umwelt in Bewegung"
trug.
Ein prominenter Ehrengast traf mit dem Fahrrad in der schönen Stadt an der
Thaya ein: Bundesumweltminister Dr. Martin Bartenstein. Der Politiker zeigte
sich erfreut über die breite Zustimmung zu dem Projekt Nationalpark und
hoffte, dass es 1996 zustande kommt. Das hänge ganz von der noch ausstehenden
Einigung mit den Grundbesitzern ab, die weiterhin jedes Angebot des Landes
Niederösterreich ablehnen.
Auf der Thayabrücke empfing Minister Bartenstein dann zwei weitere
Ehrengäste: seinen tschechischen Amtskollegen, Ing. František Benda und Dr.
Peter Niesner, Österreichs Botschafter in Prag.
Christian Schrefel von der Umweltberatung Österreich berichtete von anderen
Aktionen, die zur gleichen Zeit in anderen Städten Österreichs stattfanden,
so z. B. einem Solarbootwettbewerb in Wien oder einer "Radtour zu den
Öko-Reserven" in Neuhofen an der Krems.
Der Hardegger Bürgermeister Norbert Kellner nannte als die wichtigsten zu erwartenden
Pluspunkte des Nationalparks den bedingungslosen Schutz der Natur, Schaffung
von Arbeitsplätzen sowie einen Imagegewinn für die Region. Des Weiteren
nutzte er die Anwesenheit der zwei Umweltminister, um den politischen
Dauerbrenner Dukovany anzusprechen.
Der ebenfalls anwesende NÖ Umweltlandesrat Ewald Wagner wies auf Probleme bei
der Finanzierung der Grundstücksablösen hin. Minister Benda berichtete über
die Entstehungsbedingungen anderer Nationalparke in Europa. Sein
österreichischer Kollege Bartenstein versprach der anwesenden Bevölkerung,
im Gespräch mit dem tschechischen Minister auch auf die Frage der grenznahen
Atomkraftwerke einzugehen. Ing. Thomaš Rothröckl, Direktor des tschechischen
Nationalparks, erörterte die spezifischen Entstehungsbedingungen des
Naturreservates in seinem Land. Verwunderung über die Bedenken Landesrat
Wagners zeigte Ing. Reinhold Christian, Direktor der Betriebsgesellschaft
Marchfeldkanal. Als Gegenargument führte er die exorbitant hohen Kosten der
Tauernautobahn ins Spiel.
Von der Schönheit des Thayatales konnten sich Bürger und Politiker auf einem
Gang zur "Hardegger Warte" überzeugen.
Die Moderation des Programms lag in den Händen von Peter Haftner von der
Umweltberatung Weinviertel.
|
Geschichte des Umwelttages
Die Siebziger Jahre waren eine Zeit, in der man langsam Abstand nahm vom
bedingungslosen Glauben an Industrie und Wohlstand. Ein Zeichen dieses
Umdenkens setzten 1972 die Vereinten Nationen, als sie den 5. Juni zum
Internationalen Umwelttag erklärten. Treibende Kraft war dabei die UNEP, die
Umweltschutzorganisation der UNO. Auf Initiative der "Umweltberatung
Österreich" schloss sich 1993 auch unser Land dieser Tradition an. Die
UBÖ konnte das Bundesumweltministerium als Partner bei der Durchführung
dieses Tages mit seinen vielfältigen Veranstaltungen gewinnen. Das Motto
dieses Jahres lautet: "Umwelt in Bewegung".
|
Geschichte des
Nationalparks Thayatal
Wie kam es eigentlich zu der Idee, im Thayatal einen Nationalpark zu
errichten?
Den Ausschlag dazu gab im Jahre 1984 die damalige ČSSR, als sie das
ehrgeizige Kraftwerks- und Bewässerungsprojekt Býčí skála realisieren
wollte. Spontan bildete sich in Österreich die "Bürgerinitiative zur
Erhaltung des Thayatales". 1988 diskutierte man erstmals über die
Möglichkeit einer Wasserentnahme aus der Thaya, um der Wasserarmut im
Pulkautal wirksam begegnen zu können. Aufgrund dieser Tatsachen verordnete am
18. 01. 1989 der NÖ Landtag das Naturschutzgebiet Thayatal I mit einer Fläche
von 365 ha.
Der politische Zusammenbruch des Ostblocks im Herbst des gleichen Jahres
brachte die Installation eines Grenzübergangs für Radfahrer und Fußgänger
über die Thaya. Europareife in Sachen Umweltschutz bewies 1991 die nunmehr
demokratische tschechische Regierung, als sie auf ihrem Staatsgebiet einen
Nationalpark Thayatal mit einer Gesamtgröße von 6.300 ha zwischen den Städten
Znojmo und Vranov beschloss. Am 11. April des gleichen Jahres entstand auf
österreichischer Seite das Naturschutzgebiet Thayatal II mit einem Ausmaß von
390 ha. Um die Errichtung eines Gegenstücks zum tschechischen Nationalpark
kämpft man noch immer verzweifelt. Hauptproblem ist die starre Haltung der
Grundeigentümer.
|
-
17. AUGUST 1995:
Der Gemeinderat von Hardegg stimmt einstimmig einem von der Bürgerinitiative
erstellten Entwurf über ein eigenes "Nationalparkgesetz Thayatal"
zu, der im Wesentlichen auf jenem der Nationalparkplanung aufbaut. Darüber
hinaus soll es als Rahmengesetz für alle Nationalparke in Niederösterreich
gelten.
Der Gesetzesentwurf wird den Abgeordneten des Niederösterreichischen Landtags
mit dem Ersuchen um Beschlussfassung übermittelt.
-
14. DEZEMBER 1995:
Die Landesregierung in St. Pölten beschließt das NÖ Nationalparkgesetz. Damit
ist die rechtliche Grundlage für die Errichtung und den Betrieb von
Nationalparken in Niederösterreich geschaffen.
-
ENDE 1995:
Auflösung des Nationalpark-Planungsteams.
-
1995:
Durchführung einer Besucherbefragung im Nationalpark Podyjí durch die
ÖAR-Regionalberatung GesmbH NÖ.
-
FRÜHJAHR/SOMMER 1996:
Von der zukünftigen Nationalparkverwaltung geführte Wanderungen durch das
Thayatal erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Zwei Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
Frühlingsexkursion im
Thayatal
Lang genug dauerte es heuer, ehe sich die ersten Frühblüher aus dem Boden
wagten. Am 21. April machten sich 30 Personen unter der Leitung von
Fachlehrer Franz Kraus aus Pulkau und Christian Übl aus Retz auf den Weg ins
Thayatal bei Hardegg, um mehr über die jahreszeitlichen Pflanzen zu
erfahren. Zu den botanischen Kostbarkeiten, die jetzt in den Wäldern zu
bewundern sind, gehören z. B. Frühlings-Schlüsselblume, Seidelbast,
Kuhschelle und Gelbstern.
Die Täler der Thaya und Fugnitz sind Naturschutzgebiet. Die Wichtigkeit der
Erhaltung dieser einzigartigen Naturlandschaft wurde vor Augen geführt und
das richtige Verhalten im Naturschutzgebiet erklärt. Der geplante
Nationalpark ist derzeit allerdings wegen Uneinigkeit mit den
Grundstücksbesitzern in weite Ferne gerückt.
Die nächste Exkursion wird am 16. Juni stattfinden. Anmeldungen nimmt das Retzer-Land-Büro
unter Tel. 02942/200 10 entgegen.
|
Wanderung durchs Thayatal
"Auf Schusters Rappen" erkundeten am 16. Juni ca. 30 Personen auf
einem Umweltspaziergang die reichhaltige Pflanzenwelt des Thayatales.
Christian Übl aus Retz und Franz Kraus aus Pulkau, die bereits im Frühjahr
eine Exkursion in diese Gegend leiteten, erwiesen sich wieder als profunde
Kenner der Naturlandschaft um Hardegg.
Zu den botanischen Kostbarkeiten, die um diese Jahreszeit auf den Waldböden
zu finden sind, gehören z. B. Türkenbund, Helmknabenkraut, Federgras und
Akelei.
Die Wälder der Thaya und Fugnitz sind Naturschutzgebiet. Die Wichtigkeit der
Erhaltung dieser einzigartigen Naturlandschaft wurde vor Augen geführt und
das richtige Verhalten im Naturschutzgebiet erklärt. Der geplante
Nationalpark ist derzeit allerdings wegen Uneinigkeit mit den
Grundstücksbesitzern in weite Ferne gerückt.
|
-
HERBST 1996:
Etliche Gemeinden im Einzugsgebiet des Thayatales richten eine Resolution an
den Niederösterreichischen Landtag mit der Aufforderung, so bald wie möglich
den Nationalpark Thayatal zu verordnen. Nachstehend der vollinhaltliche
Wortlaut:
"Resolution
Durch das vom Niederösterreichischen Landtag beschlossene NÖ Nationalparkgesetz
wurde nunmehr die Möglichkeit geschaffen, den Nationalpark Thayatal durch
Verordnung der Niederösterreichischen Landesregierung zu errichten.
Das Thayatal ist ein unverzichtbares Rückzugs-, Regenerations- und
Wiederausbreitungszentrum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Durch eine
österreichische Beteiligung an einem Internationalpark Thayatal wird eine der
letzten naturnahen Tallandschaften Mitteleuropas optimal geschützt.
Der Nationalpark stellt auch das Leitprojekt der gesamten Grenzregion dar und
ist in das regionale Entwicklungskonzept der Öko-Region Retzer Land integriert.
Es ergibt sich dadurch die Möglichkeit, einer der strukturschwächsten Regionen
Niederösterreichs mit finanzieller Unterstützung durch den Bund und die EU zu
einer gesunden und nachhaltigen Entwicklung zu verhelfen. Neben der Schaffung
eines natur- und sozialverträglichen Bildungs- und Erholungstourismus' und der
Erschließung neuer landwirtschaftlicher Vermarktungschancen verleiht der
Nationalpark der gesamten Region und ihrer Bevölkerung eine gesamte Identität.
Der tschechische Nationalpark Podyjí feiert heuer das 5. Jahr seines Bestehens.
Das von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil proklamierte "Jahr der
Nationalparke 1996" unterstreicht die Dringlichkeit, auch den österr.
Nationalpark Thayatal zu errichten.
Der Gemeinderat der ………………………………….. fordert daher die NÖ Landesregierung auf,
den Nationalpark Thayatal, der für die gesamte Öko-Region Retzer Land und das
angrenzende Wald- und Weinviertel von enormer Bedeutung ist, auf Grundlage des
NÖ Nationalparkgesetzes und der Kriterien der IUCN, unter weitestgehender
Berücksichtigung der Interessen der betroffenen Grundeigentümer und
Sicherstellung der Mitwirkung der örtlichen Bevölkerung, zu verordnen."
(Beschlossen von den Gemeinden Hardegg, Retzbach, Retz, Zellerndorf, Pulkau,
Schrattenthal, Weitersfeld, Langau, Pernersdorf, Haugsdorf, Raabs/Thaya.)
-
23. SEPTEMBER 1996:
Anlässlich des "Jahrs der Nationalparks" hielt die in Wien ansässige
"Österreichische Gesellschaft für Ökologie" im Retzer Stadtsaal eine
Konferenz zum Thema "Was sind uns Nationalparks wert?" ab. Debattiert
wurden dabei folgende Themen: Darstellung und Diskussion des Wertes, der
Nationalparken zugemessen wird. Wie sehen der Naturschutz, die Wirtschaftswissenschaft,
die Bevölkerung, die politischen Parteien, die Medien diese Frage? Wie gehen
andere Länder damit um? Welche ökonomischen Auswirkungen sind von
österreichischen Nationalparkprojekten zu erwarten?
Programm:
9:30 Uhr: Begrüßung
und Eröffnung.
Dr. Reinhold Christian,
Geschäftsführer der Österreichischen Gesell-
schaft für Ökologie.
9:45 Uhr: Vom
Wert der Natur
– aus der Sicht des Naturschutzes.
Prof. Dr.
Wolfgang Erz, Bundesamt für Naturschutz, Bonn.
10:15 Uhr: – aus
der Sicht der Ökonomie.
Mag. Dr. Michael Kosz, Institut für
Finanzwissenschaft, Technische Universität
Wien.
11:00 Uhr: Naturschutz,
Nationalparks und gesellschaftliche Prioritäten im Spiegel
der
Meinungsforschung.
Univ.-Doz.
Dr. Peter Ulram, Fessel und GfK-Institut.
11:20 Uhr: – in
der parteipolitischen Programmatik.
Landesrätin Mag. Barbara Prammer,
Oberösterreichische Landesregier- ung.
11:40 Uhr: – in
den Medien.
Friedrich Graupe, Kronenzeitung.
12:00 Uhr: Diskussion.
Moderation: Dr. Reinhold Christian.
14:00 Uhr: Wert
und Bewertung von Nationalparks in anderen Ländern.
– USA.
Generaldir. Univ.-Prof. Dr. Bernd
Lötsch, Naturhistorisches Museum Wien.
14:30 Uhr: –
Entwicklungsländer.
Dipl.-Ing. Johanna Mang, WWF
Österreich.
15:00 Uhr: Präsentation
einer Studie des Umweltbundesamtes:
Nationalparke
– Probleme, Ziele, Strategien. Ergebnisse einer internati-
onalen
Umfrage.
Mag.
Michael Jungmeier, Autor der Studie.
15:30 Uhr: Volkswirtschaftliche
Kosten-Nutzen-Analyse am Beispiel Nationalpark
Donau-
Auen.
Univ.-Prof.
Mag. Dr. Wilfried Schönbäck, Institut für Finanzwissen-
schaft,
Technische Universität Wien.
16:00 Uhr: Schätzung
der regionalwirtschaftlichen Auswirkungen am Beispiel des
projektierten
Nationalparks Thayatal.
Mag.
Dr. Wolfgang Sovis, Unternehmensberater.
16:30 Uhr: Nationalparks
und die österreichische Politik im Jahr der Nationalparks.
Bundesminister
Dr. Martin Bartenstein
(Ist aus
Termingründen nicht erschienen.).
17:00 Uhr: Diskussion.
Moderation:
Dr. Gerhard Heilingbrunner, ÖGNU-Umweltdachverband.
Ein Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
"Was sind uns
Nationalparks wert?"
Was sind uns Nationalparks wert? Mit dieser provokanten Frage setzte sich am
23. 09. eine Informationsveranstaltung im Retzer Stadtsaal auseinander. Sie
wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Ökologie unter der Leitung
von Dir. Reinhold Christian organisiert.
Als erfreulich hoch bezeichnete Dr. Peter Ulram vom Fessel&GfK-Institut
die Akzeptanz des geplanten Nationalparks Thayatal unter den Bewohnern der
Anrainergemeinden. In einer Umfrage sprachen sich drei Viertel aller
Befragten für die Errichtung aus.
Die oberösterreichische Landesrätin Mag. Barbara Prammer zog Zwischenbilanz
über die Konzepterstellung des Nationalparks Kalkalpen, dessen Realisierung
im Gegensatz zum Thayatalpark bereits fixiert ist.
Ein klares Bekenntnis zur Nationalparkidee aus ökonomischer Sicht legte auch
Prof. Mag. Dr. Wilfried Schönbäck von der Technischen Universität Wien ab.
Nationalparke seien bei sensibler forstwirtschaftlicher und touristischer
Nutzung durchaus rentabel.
Wie sich diese theoretischen Überlegungen auf unsere Region anwenden lassen,
erläuterte im Anschluss daran der Unternehmensberater Mag. Dr. Wolfgang
Sovis. Der Nationalpark Thayatal würde langfristig 30 sichere Arbeitsplätze
schaffen. Auch dem boomenden Radtourismus im Retzer Land könnten neue
Vermarktungschancen geöffnet werden.
|
26. OKTOBER 1997:
Im Gasthof Hammerschmiede in Hardegg wird ein Staatsvertrag nach Paragraf 15a
Bundesverfassungsgesetz (BVG) als erster Schritt zu einem
grenzüberschreitenden Inter-Nationalpark Thayatal-Podyjí unterzeichnet.
Kernpunkte des Vertrages waren folgende:
+
Förderung und Erhalt der Ökosysteme.
+
Nationalpark umfasst in der Anfangsphase 1.300 Hektar,
soll später aber auf bis zu 1.700 Hektar erweitert werden.
+
Internationale Anerkennung durch die
Weltnaturschutzunion IUCN ist anzustreben.
+
Ökologisch verträgliche Nutzungen für Bildung und
Erholung, Wissenschaft und Forschung sind zu ermöglichen.
+
Intensivierung der Kooperation mit dem Narodni Park
Podyjí.
+
Kompetenzen, rechtliche und finanzielle
Angelegenheiten.
Programm des Tages:
Ab 10:00 Uhr: Gelegenheit
zur Teilnahme an geführten Wanderungen.
Ab 12:00 Uhr: Musik
mit der Waldviertler Grenzlandkapelle der Stadt Hardegg.
Ab 13:30 Uhr: Der
eigentliche Festakt im Gasthaus Hammerschmiede/Hardegg.
Begrüßung
durch Hardeggs Bürgermeister Norbert Kellner.
Anschließend Festansprachen in der genannten Reihenfolge durch
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Bundesminister Rudolf Edlinger und
Bundesminister Dr. Martin Bartenstein.Unterzeichnung des
Staatsvertrages durch selbige. Buffet.
Anschließend Nationalpark-Kinderfest mit Paul Sieberer
(Musik und Unterhaltung)
und dem Umweltspürnasenclub (Umweltaktionen).
Rahmenprogramm des Tages:
+ Informationsstände Umweltdachverband ÖGNU, Regionalmanagement
"Retzer
Land".
+ Kulinarisches aus der Nationalparkregion.
+ "Bauernladen Retzer Land".
+ Handwerker aus der Region.
-
JUNI 1998:
Dipl.-Ing. Robert Brunner wird als Geschäftsführer der Nationalpark Thayatal GmbH
designiert.
-
1. JANUAR 1999:
Ein dreiköpfiges Planungsteam, bestehend aus einem Ökologen, einer Forstwirtin
und einer Organisationssekretärin, nimmt die Arbeit in der
Nationalparkverwaltung in Hardegg auf.
-
15. JULI 1999:
Der österreichische Umweltminister Dr. Martin Bartenstein, sein tschechischer
Amtskollege Ing. Miloš Kuzvart und Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin
Pröll unterzeichnen einen Vertrag über die internationale Zusammenarbeit
zwischen Österreich und Tschechien im Nationalpark Thayatal.
-
20. AUGUST 1999:
Auf Einladung der Stadtgemeinde Hardegg durch Bürgermeister Norbert Kellner
kamen etwa 70 bis 80 interessierte Land- und Forstwirte im Gasthof
Hammerschmiede in Hardegg zusammen. Es handelte sich dabei samt und sonders um
Bauern, die Kleinflächen im geplanten Nationalpark bewirtschafteten.
Im Rahmen der Begrüßung gab Bürgermeister Kellner bekannt, dass im Zuge der
Errichtung des Nationalparks den Grundeigentümern gemäß den Bestimmungen des
Niederösterreichischen Naturschutzgesetzes und des Niederösterreichischen
Nationalparkgesetzes zeitlich unbegrenzte Nutzungsbeschränkungen
beziehungsweise -verbote auferlegt werden. Zur Abgeltung der dadurch entstehenden
Nachteile wird den Landwirten jedoch seitens des Landes Niederösterreich eine
jährliche beziehungsweise einmalige Entschädigung geleistet.
Dr. Trauner, Leiter des Finanzamtes Hollabrunn, erklärte in seinem Referat im
Anschluss, dass die Entschädigung für Einnahmensausfälle zwar grundsätzlich zu
den steuerpflichtigen Betriebseinnahmen gehöre. Erfolgt jedoch die land- und
forstwirtschaftliche Gewinnermittlung aufgrund der Pauschalierungsvorschriften,
so ist die einmalige oder in Form von jährlichen ewigen Renten ausbezahlte
Entschädigung bereits im pauschliert ermittelten Gewinn erfasst, sodass die Entschädigung
in der Steuererklärung nicht extra angeführt werden muss und daher auch nicht
extra versteuert wird. Der Großteil der anwesenden Landwirte konnte mit dieser
Lösung zufrieden gestellt werden.
-
2. SEPTEMBER 1999:
Direktor Brunner referierte auf Einladung des Europarates bei der Fachtagung
"I. Internationales Symposium des Paneuropäischen Ökologie-Netzwerks"
in Paris zum Thema "The overview of classical transborder protected area
cooperation in Europe. Challenges and opportunities". Anlässlich dieser
Tagung wurden auch Empfehlungen für die zukünftige Zusammenarbeit auf
europäischer Ebene diskutiert.
-
6. – 13. SEPTEMBER:
Auf Ersuchen der Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) nahm Direktor
Brunner an einer internationalen Expertenkommission in Jugoslawien teil, welche
die Aufgabe hatte, die Auswirkungen des Krieges auf die Schutzgebiete und die
Biodiversität zu untersuchen. Der Abschlussbericht der Mission wurde gemeinsam
mit den Ergebnissen anderer Expertengruppen im Oktober 1999 an UN-Generalsekretär
Kofi Annan übergeben.
-
1. OKTOBER 1999:
Das Team der Nationalparkverwaltung übersiedelt von der Adresse Hardegg Nr. 8
in das frisch renovierte und 110 Quadratmeter große Haus Nr. 5. Die
Übersiedlung war erforderlich geworden, da sich mit steigender
Professionalisierung der Arbeit im bisherigen Domizil die Platzsituation als
immer unzureichender erwiesen hatte.
Bei der neuen Adresse handelte es sich um das ehemalige Doktorhaus. Die
Gemeinde Hardegg ließ es in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erbauen,
um es ihrem damaligen Gemeindearzt zur Verfügung zu stellen. Insgesamt zehn
Ärzte hatten unter seinem Dach ihre Praxis, der letzte war Dr. Helmut Leidemann,
welcher 1980 einzog.
-
ENDE 1999:
Fertigstellung des Unternehmensleitbildes der Nationalparkgesellschaft.
-
1999 UND 2000:
Auch der Europarat beschäftigt sich mit Fragen grenzüberschreitender
Schutzgebiete.
-
1. JANUAR 2000:
Inkrafttreten der Nationalparkverordnung der Niederösterreichischen
Landesregierung. Eröffnung des Nationalparks Thayatal.
-
10. UND 11. APRIL 2000:
Im Rahmen eines Fachseminars im Althof Retz unter dem Titel "Unternehmen
Naturschutz: Braucht die Natur ein Leitbild?" wird das im Jahr zuvor
erstellte Unternehmensleitbild der Nationalparkgesellschaft der Öffentlichkeit
vorgestellt. Zu der Veranstaltung, welche von der Österreichischen
Nationalparkakademie und "Nationalparks Austria" abgehalten wurde,
erschienen zahlreiche prominente Redner aus Politik und Wirtschaft, wie etwa
der niederösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer (SPÖ),
der zu dem Zeitpunkt scheidende niederösterreichische Landesrat Franz
Blochberger (ÖVP), die niederösterreichische Landtagsabgeordnete Brigid
Weinzinger (Die Grünen) und "NÖ Versicherung"-Vorstandsdirektor
Johannes Coreth.
Gefordert wurde unter anderem, dass in Zukunft neben Sport- und
Kultursponsoring auch Umweltsponsoring zu einer Selbstverständlichkeit werden
müsse. Übergeordnetes Ziel der Veranstaltung war jedoch, zu zeigen, dass
Schutzgebietsverwaltungen den Qualitätsvergleich mit führenden
Marktunternehmen nicht zu scheuen brauchen.
-
20. UND 21. MAI 2000:
Eröffnungsfest des Nationalparks Thayatal.
Vorprogramm am Sonnabend, 20. Mai:
Ab 15:00 Uhr:
+ Wanderung "Thayatal meditativ erleben."
+ Naturerfahrungsspiele.
Ab 18:15 Uhr:
+ Männerchor der Stadt Pulkau.
Ab 19:00 Uhr:
+ Musica Antiqua di Znojmo: Musik der
Renaissance und des 20. Jahrhunderts.
+ Mädchenchor Znojmia: tschechische Volkslieder.
Ab 20:00 Uhr:
+ Buchpräsentation "Nationalpark Thayatal"
durch Bundesministerin Elisabeth
Gehrer. Verlag Portele &
Partner.
+ Diaschau "Nationalpark Thayatal".
+ Weinpräsentation – Initiative junge Winzer
Matthias Corvinus.
+ Ausklang mit Musica Antiqua.
+ Regionale Spezialitäten.
+ Burgbeleuchtung.
Hauptprogramm am Sonntag, 21. Mai:
Ab 10:00 Uhr:
+ Wanderungen "Rund um Stadt und Burg Hardegg",
"Zur Hardegger Warte und
in den tschechischen Nationalpark Podyjí".
Ab 12:00 Uhr:
+ Beginn des Eröffnungsprogramms. Waldviertler
Grenzlandkapelle der Stadtge-
meinde Hardegg.
Ab 13:00 Uhr:
+ Eröffnungsshow.
Ab 13:30 Uhr:
+ Offizielle Eröffnung. Bundesminister Mag. Wilhelm
Molterer eröffnete als
neuer Umweltminister gemeinsam mit
dem niederösterreichischen Landeshaupt-
mann Dr. Erwin Pröll den Nationalpark
Thayatal.
Verleihung der Ehrenbürgerschaft
der Stadtgemeinde Hardegg an Landeshaupt-
mann Pröll.
Landeshymne.
Ab 18:00 Uhr:
Eröffnungsprogramm mit:
+ Volkskunstorchester.
+ "Vierkanter".
+
Folkloregruppe
"Veronica".
+ "Irrwisch Straßentheater".
+ "Pyromantiker – Insektenwesen".
+ "Fächerbilder –
Schmetterlingsbilder".
+ "Verrückte Naturliebhaber".
+ "Los Dilenttantos".
+ "Rico & Rocky –
Mitspielzirkus".
+ "Die Wuselmäuse – Merkersdorfer
Kindertheater".
+ Artistikshows.
+ Künstlerische Schminkecke.
+ Regionale Speisen und Getränke.
Für den Transfer der Gäste stand unter
anderem ein Nostalgie-Sonderzug bereit.
-
18. BIS 21. JUNI 2000:
In Retz tagt eine Fachgruppe der EUROPARC (siehe auch Punkt
"EUROPARC") zum Thema "Grenzüberschreitende
Zusammenarbeit". 30 Experten aus 12 Staaten nahmen daran teil, um über
die Bewertung der Qualität grenzüberschreitender Zusammenarbeit von
Schutzgebieten in Europa zu diskutieren. Vor allem die Festlegung verbindlicher
Mindeststandards war dabei ein Ziel. Um mittelfristig einen Anreiz für grenzüberschreitend
kooperierende Schutzgebiete zu schaffen, sich dieser Qualitätsbewertung zu
unterziehen, wurde beschlossen, ein europaweit anerkanntes Qualitätsprädikat
als Auszeichnung zu schaffen.
Unterstützt wurde die Veranstaltung vom österreichischen Bundesministerium für
Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
-
SOMMER 2000:
Erarbeitung eines langfristigen Managementplanes für den Zeitraum von 2001 bis
2010 gemeinsam mit der tschechischen Parkverwaltung unter Beachtung der
nationalen Gesetzgebungen beider Länder.
Themen dabei waren:
+ Lebensraummanagement – Wald, die Wiesen,
Trockenrasen und Weiden, Gewässer.
+ Wildstandsregulierung.
+ Fischerei.
+ Besucherinfrastuktur mit dem Wegenetz, dem
Besucherleitsystem, der Besucherinfor-
mation und der Verkehrsanbindung.
+ Bildung.
+ Nationalparkaufsicht.
+ Forschung und Monitoring.
+ Akzeptanz und Region.
+ Gemeinsame Förderungen.
-
28. OKTOBER 2000:
Feier des zehnjährigen Jubiläums der Wiedererrichtung der Hardegger Warte,
einer Aussichtsplattform auf der tschechischen Seite des Nationalparks.
-
NOVEMBER 2000:
Eine Arbeitsgruppe von EUROPARC (siehe Punkt "EUROPARC") berät in
Znaim über die Vorbildwirkung der tschechisch-österreichischen Kooperation für
die osteuropäischen Beitrittskandidaten-Staaten zur EU.
-
26. NOVEMBER 2000:
Eröffnung eines Holzhangsteges im Thayatalweg-Abschnitt zwischen Ochsengraben
und Überstieg, da dieser bis dahin bei Schlechtwetter nur sehr schwer
passierbar war.
-
ENDE 2000:
Die beiden Nationalparkverwaltungen legen der Niederösterreichischen
Landesregierung ihren gemeinsamen 10-Jahres-Managementplan vor.
-
FEBRUAR 2001:
Der gemeinsame 10-Jahres-Managementplan der österreichischen und tschechischen
Nationalparkverwaltung aus dem Jahr 2000 wird von der Niederösterreichischen
Landesregierung genehmigt.
-
APRIL 2001:
Die Nationalparkverwaltung war mit einem eigenen Stand beim Wiener Stadtfest
"Vielfalt der Arten" vertreten.
-
FRÜHJAHR 2001:
Die Ranger des Nationalparks erhielten neue Dienstuniformen: rote Jacken,
Hemden aus Waldviertler Naturleinen und dunkle Hosen. Die Knöpfe an der
Kleidung stammten aus der Perlmuttdrechslerei in Felling.
Ein Original-Presseartikel von Christoph Altrogge, zu einem anderen Thema, aber
ebenfalls aus dem Frühjahr 2001:
Reiseprospekt
Ein informativer Prospekt über Ausflugsziele in Südböhmen, Südmähren und im
Thayatal wurde kürzlich von der ECEAT CZ, der tschechischen Sektion einer
europaweiten Initiative mit Sitz in den Niederlanden, die die Entwicklung
ländlicher Regionen fördert, auf den Markt gebracht. Unter den zahlreichen
Kurzbeschreibungen vieler Orte dies- und jenseits der Grenze wird auch Retz
vorgestellt.
Erhältlich ist das Werbemittel, das für Österreich natürlich auch in Deutsch
erschienen ist, beim Tourismusverband Thayatal unter der Tel.-Nr.
02846/365-20.
|
-
22. MAI 2001:
Anlässlich des "Europäischen Tags der Parke" fand im Wiener
Bundeskanzleramt eine Präsentation des Dachverbandes "Nationalparks
Austria" statt. Eine Besonderheit jenes Tages war, dass die regelmäßig in
einem Saal des Bundeskanzleramtes abgehaltene Pressekonferenz einmal nicht vor
den Fahnen der neun österreichischen Bundesländer stattfand, sondern vor
großformatigen Werbetafeln mit Aufnahmen der österreichischen Nationalparke.
Aber auch noch andere Werbemittel von "Nationalparks Austria" wurden
auf dieser Veranstaltung vorgestellt. So etwa eine aus Mitteln des
Umweltministeriums und des Nationalparkdachverbandes finanzierte
Rundfunkwerbung, eine Nationalpark-Wanderausstellung durch ganz Österreich und
eine Informationsbroschüre "Nationalparks Austria". Den kulinarischen
Rahmen bildete ein Buffet mit Spezialitäten aus zwei Nationalparkregionen,
zusammengestellt vom Merkersdorfer Bauernmarkt und dem Nationalpark
Oberösterreichische Kalkalpen.
-
16. MAI 2001:
Gründung der "Bilateralen Nationalpark Thayatal-Kommission". Aufgabe
ist die Mitbestimmung der Maßnahmen und Ziele beider Nationalparke.
-
MAI 2001:
Eine Kommission der Weltnaturschutzunion (IUCN – siehe auch Punkt
"IUCN") hält sich im Nationalpark Thayatal auf, um die
Schutzkriterien für eine internationale Anerkennung der Kategorie II zu prüfen.
In der Folge wird dem Nationalpark Thayatal diese internationale Anerkennung dann
auch zuerkannt (siehe auch Punkt "Internationale Anerkennung").
-
SOMMER 2001:
Anlässlich des Festivals "Retzer Land – Feuriges Land" den Sommers
2001 über waren im Nationalparkgebiet überall mehr als 500 riesige rote
Holzschmetterlinge aufgestellt worden. Der Hardegger Festbeitrag fand dann am
18. und 19. August statt. Auch war für das Fest nach Christo-Art die Hardegger
Grenzbrücke in roten Stoff eingepackt worden.
Der Leiter der Schutzgebietsabteilung der Weltnaturschutzunion (IUCN), David
Sheppard, erschien am 18. August 2001 persönlich in Hardegg, um im Rahmen des
Festes die offizielle Urkunde über die internationale Anerkennung zu übergeben.
Mehrere Vertreter der Landesregierung wohnten dem Festakt bei.
-
AUGUST 2001:
Informationen über den Nationalpark sind nun auch in englischer und
tschechischer Sprache erhältlich.
-
9. – 11. NOVEMBER 2001:
Der tschechische Nationalpark feiert mit einer wissenschaftlichen Fachtagung
sein zehnjähriges Bestehen.
-
HERBST 2001:
Abschluss der Finanzierungssicherstellung für das geplante Nationalparkzentrum.
Der Ankauf eines entsprechenden Grundstücks und der Beginn der Gebäudeplanung
folgen.
-
2001:
Mit einem Aquarium mit Original Thaya-Fischen präsentierte sich der
Nationalpark Thayatal bei der Niederösterreichischen Landesausstellung in
Ottenstein.
-
FRÜHJAHR 2002:
Ein Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
Nationalpark Thayatal
Eine bedeutende europaweite Anerkennung könnte in absehbarer Zeit der
Nationalpark Thayatal erfahren. Und zwar suchte die NÖ Landesregierung beim
Europarat in Straßburg für selbigen um Verleihung des so genannten
Europa-Diploms an. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung für
Landschaften mit einer herausragenden Bedeutung für Europa. Es gibt bereits
etwas mehr als 60 Landschaften mit Europa-Diplomen in 23 der insgesamt 44
Länder des Europarates. In Österreich sind dies die Krimmler-Wasserfälle in
den Hohen Tauern und die Wachau.
Das Thayatal wurde als Vorschlag akzeptiert, und in der vergangenen Woche
hielt sich nun eine Expertenkommission des Europarates für drei Tage in der
Region auf, um vor Ort die entsprechenden Daten für die Überprüfung des
Verleihungsansuchens zu sammeln.
Untersucht wurden sowohl die Bedeutung der Landschaft, wobei ein besonderes
Augenmerk auf die Artenvielfalt gelegt wurde, als auch die Maßnahmen, die
durch die Nationalparkverwaltung zu ihrem Schutz getätigt werden. Eine große
Rolle spielt in diesem speziellen Fall natürlich auch die Zusammenarbeit mit
der tschechischen Nationalparkdirektion, welche in die Gespräche natürlich
genauso mit einbezogen wurde. Nächster Schritt ist nun die Erstellung des
Expertenberichtes, welcher der Kommission für das Europa-Diplom vorgelegt
wird. Wenn diese zustimmt, muss noch der Ministerrat zustimmen. Die
Entscheidungsfrist dürfte noch sechs bis acht Monate dauern. Seitens der
Nationalparkverwaltung ist man optimistisch, was eine positive Erledigung des
Ansuchens betrifft.
Fernseh-Pflichttermin für alle mit dem Thayatal Verbundenen: In der ORF-Sendereihe
"Schöner Leben" werden zurzeit nacheinander alle Nationalparke
Österreichs vorgestellt. Den Beitrag übers Thayatal gibt es am 26. 05. um
17:10 Uhr zu sehen.
|
-
22. MAI 2002:
Um 10:00 Uhr an jenem Tage nahm Landeshauptmann Erwin Pröll den ersten
Spatenstich für das neu zu errichtende Nationalparkzentrum vor. Nach seiner
Eröffnung wird es die Nationalparkverwaltung, eine Ausstellung über die
Entstehungsgeschichte des Thayatales unter dem Titel "NaturGeschichten –
ThayaTales", einen Veranstaltungs- und Seminarraum, einen Gastronomie-
und Shop-Bereich und einen Erlebnis-Außenbereich beherbergen. Geplante
Eröffnung: Frühjahr 2003.
-
25. NOVEMBER 2002:
Philatelie und Nationalpark Thayatal – zwei starke Partner. Ein
Original-Presseartikel von Christoph Altrogge:
Sonderpostmarke
Wieder einmal hat es das Retzer Land mit einer seiner zahlreichen Facetten
als Motiv auf eine Briefmarke geschafft. "Nationalpark Thayatal"
lautet der Titel der aktuellsten Markenausgabe der Österreichischen Post.
Moderiert von Dir. Friedrich Weiß vom Briefmarkensammlerverein Retz wurde das
Kleinkunstwerk am 25. 11. im Ratssaal des Rathauses der Öffentlichkeit
vorgestellt. In seiner Begrüßungsansprache rief Weiß wieder einmal jene
Briefmarken der vergangenen Jahre und Jahrzehnte ins Gedächtnis zurück, auf
denen schon früher die Region um Retz thematisiert wurde. Konkret handelte es
sich dabei um die Windmühlenmarke, die von der angeblich bei Hardegg
spukenden "Schwarzen Frau" und die erst vor einigen Jahren erschienene
Kürbisfestmarke. Im Anschluss daran referierte Hardeggs Bürgermeister
Norbert Kellner über die Entstehungsgeschichte des Nationalparks.
Über geologische und botanische Besonderheiten ebendieses Parks informierte
danach in seiner Rede der Gestalter der Marke, der Wiener Künstler Manfred
Sattke. So hätte man z. B. bisher im Gelände des Parks etwa 45 Prozent aller
in Österreich vorkommenden Pflanzen entdeckt, teilte der Zeichner dem
Publikum mit.
Über die Bedeutung von Briefmarken als Werbeträger, speziell auch in Bezug
auf die Region, sprach dann abschließend Ministerialrat Erich Oberlechner
von der Österreichischen Post AG.
Im Anschluss an den offiziellen Teil stand dann im benachbarten Bürgersaal
noch ein Sonderpostamt zur Verfügung, bei dem man sich Ersttagsbriefe mit
der neuen Marke gleich abstempeln lassen konnte.
Seinen Fortgang fand das Programm rund um die Präsentation der neuen Marke am
darauf folgenden Samstag und Sonntag bei einer von Themenvielfalt geprägten
Briefmarkenwerbeschau, organisiert vom Briefmarkensammlerverein Retz,
ebenfalls wieder im Bürgersaal des Rathauses. Und wer sich überzeugen wollte,
ob denn die Landschaft im Thayatal wirklich so einmalig ist, wie auf der
Briefmarke dargestellt, der fand am Samstag bei einer geführten Wanderung ausgiebig
Gelegenheit dazu.
Für Info-Kasten: Geschichte des Nationalparks
Der Nationalpark Thayatal liegt im niederösterreichischen Grenzgebiet zur
Tschechischen Republik und findet dort seine Fortsetzung im angrenzenden
Nationalpark "Podyji". Geologisch gehört die Gegend zur Böhmischen
Masse. Die Landschaft ist durch kristallines Gestein mit romantisch tief in
die Ebene eingeschnittenen Flussmäandern und steilen, bewaldeten Hängen
charakterisiert. Die Wasserläufe durchbrechen steil die sanften Formen der Böhmischen
Masse. Manchmal sind es aber auch tiefe Schluchten mit schroffen und bizarren
Felsformationen, die das Hochplateau zerschneiden.
Erste Initiativen zur Errichtung einer Art Nationalpark hatte es schon 1941
gegeben, damals ging es vor allem um den Umlaufberg bei Merkersdorf und
Hardegg. Über 40 Jahre später, im Jahre 1984, sollten von tschechischer Seite
her Pläne für Laufkraftwerke an der Thaya verwirklicht werden, was die
Vernichtung der Naturlandschaft und des Lebensraumes zahlreicher Tier- und
Pflanzenarten bedeutet hätte.
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs setzte jedoch in der nunmehr
demokratisierten Tschechoslowakei ein gewaltiges Umdenken ein, was
Naturschutz anbelangte, so dass als eine Folge davon im Juli 1991 auf
tschechischer Seite der Nationalpark "Podyji" ausgerufen wurde.
Auf österreichischer Seite wurde im Sommer 1991 die Betriebsgesellschaft
Marchfeldkanal vom Bund und vom Land NÖ beauftragt, eine Machbarkeitsstudie
zu erstellen. Im März 1992 wurde der Endbericht dieser Studie mit dem
Ergebnis vorgelegt, dass ein Nationalpark im Thayatal verwirklichbar ist.
Weitere acht Jahre vergingen, bis dann am 01. Jänner 2000 der Nationalpark
Thayatal als fünfter Nationalpark Österreichs gegründet wurde, nach den
Nationalparks Donauauen, Hohe Tauern, Kalkalpen und Neusiedler See-Seewinkel.
Die feierliche Eröffnung erfolgte am 21. Mai 2000 durch Umweltminister Mag.
Wilhelm Molterer und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.
|
-
13. JULI 2003:
Eröffnung des Nationalparkhauses mit einer Feier.
-
SEPTEMBER 2003:
Der Nationalpark erhält für sein neues Nationalparkzentrum den NÖ
Holzbaupreises 2003 für kommunale Bauten.
-
8. NOVEMBER 2003:
Verleihung des Europadiploms an den Nationalpark Thayatal.
-
JULI 2004:
In den ersten zwölf Monaten seines Bestehens konnte das Nationalparkzentrum
über 21.000 Gäste verzeichnen, nicht gezählt jene Wanderer, die den
Nationalpark auf eigene Fährte erkundeten.
-
1. JANUAR 2005:
Aufgrund von im Jahr 2004 stattgefundenen Tests ist der Nationalpark Thayatal
von nun an Mitglied in der Angebotssparte "TOP Ausflugsziele
Niederösterreichs" der NÖ Werbung.
-
2. JULI 2005:
"1. Österreichischer Nationalparkball" im Nationalparkhaus in Hardegg.
-
6. JULI 2005:
Die Landesräte Josef Plank und Emil Schabl präsentieren gemeinsam mit ORF-Landesdirektor
Norbert Gollinger im ORF Landesstudio Niederösterreich eine neue Werbebroschüre
für den Nationalpark Thayatal. Die Texte dazu verfasste der bekannte
österreichische Schriftsteller Alfred Komarek, prominent geworden unter anderem
durch seine "Polt"-Romane, welche auch schon fürs Fernsehen verfilmt
wurden.
-
3. SEPTEMBER 2005:
Der Europarat feiert mit Gästen aus insgesamt 22 Ländern das 40-jährige
Bestehen des Europadiploms, einer Auszeichnung für Landschaften von besonderer
europäischer Bedeutung. Auf Einladung des Landes Niederösterreichs und des
Nationalparks Thayatal fand die Festveranstaltung im Nationalparkhaus Hardegg
statt.
-
NOVEMBER 2006:
Der tschechische Nationalpark Podyjí feiert sein 15-jähriges Bestehen.
Anlässlich des Jubiläums wird eine Fachkonferenz in Znaim abgehalten.
-
ANFANG 2007:
Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land
Niederösterreich durch die Niederösterreichische Landesregierung an
Nationalparkdirektor Brunner.